Backhaus Steinbergen

Idee und Planung

Steinmeiers Hof, Bachstraße 2 und das dazugehörige Backhaus wurden von Carl Ludewig und Frau Justine Wilhelmine Steinmeier im Jahre 1857 erbaut. Nach seinen Eltern übernahmen Karl Heinrich Friedrich Wilhelm Steinmeier mit seiner Frau Minna Sophie Christine Steinmeier, geborene Prasuhn, den Hof, weil der ältere Bruder Karl nicht aus dem Krieg zurückkehrte. Die alten Stallungen und der Hof wurden am 10. April 1945 durch die amerikanische Luftwaffe bombardiert und fast vollständig zerstört. Lediglich Kellergewölbe, Leibzucht und das Backhaus blieben erhalten.

 

Wann das letzte Brot gebacken wurde ist leider nicht bekannt, aber Karl und Minna nutzten in den letzten Jahren das "alte Backhaus" als Hühnerstall. Nach dem Tod Karl Steinmeiers stand der Hof zum Abriss, weil an gleicher Stelle ein Neubaugebiet geplant wurde. Damit waren die Tage des verfallenen Backhauses gezählt.

 

Im Jahr 2001 kam bei Vorstandsmitglied Ludwig Schröder der Gedanke auf, das einzige in Steinbergen stehende Backhaus vor dem totalen Abriss zu retten und wieder aufzubauen. Viele Gespräche mit Architekten, Stadtbeauftragten und anderen Vereinsmitgliedern, sowie mit dem Heimatverein Krankenhagen, führten dazu, dass die Idee langsam zum
Plan heranreifte. Der Aufbau sollte im Zuge der Dorferneuerung am neu entstehenden Dorfmittelpunkt stattfinden,der Grund und Boden wurde dem Verein per Nutzungsvertrag von der Stadt Rinteln zur Verfügung gestellt. Pläne und Zeichnungen erstellte Vereinsmitglied Artur Böger nach der Vermessung und einer Bestandsaufnahme. Vereinsmitglied Ullrich Berger, der sich bereits im Vorfeld bereit erklärt hatte, für die Restaurierung des Fachwerks zu sorgen, erarbeitete mit Schülern der Fachschule für Holztechnik in Hildesheim ein maßstabgerechtes Modell, mit dem in der Sparkasse für das Vorhaben geworben wurde.

Der Abriss

Am 1. Februar 2002 begann der Abriss. An drei Tagen wurde „demontiert“ und die Steine, die Dachpfannen und das Gebälk auf das Grundstück von Erich Drinkuth an der Kirche verbracht, der den Platz freundlicher Weise zur Verfügung gestellt hatte.

Nach dem das alte Gebälk nach Hildesheim gebracht worden war, wurden in der Fachhochschule für Holztechnik unter der Leitung von Ulrich Berger die Balken bearbeitet und zum Teil durch neues Holz ersetzt.

Der Aufbau

Der Platz neben dem Gemeindhaus, direkt im Dorfzentrum wurde als neuer Standort gewählt. Am 16. April 2004 wurde mit dem ersten Spatenstich der Aushub des Fundaments begonnen. Die Vereinsmitglieder, die sich für diesen Bauabschnitt (nicht nur – sondern auch für alle anderen Abschnitte !) besonders stark gemacht haben, waren:

Horst Legowski, Ludwig Schröder „Kalli" Bauhaus, Heinz Rinne, Karl Heinz Olthoff, Heinz Böger, Artur Böger, Wolfgang Deerberg, Oliver Nordmeier und nicht zuletzt Siegried Buchmeier, der nach einer Phase des Nichtvorankommens die entscheidende Initiative ergriffen hatte und den Sockel aus Sandstein in Angriff nahm. Mit viel Einsatz und Handarbeit wurde das Fundament für Backhaus und Ofen im November 2004 fertig gestellt.

Die Mannen des Technischen Hilfswerkes aus Rinteln transportierten die in Hildesheim bearbeiteten Balken mit schwerem Gerät zurück nach Steinbergen. Ohne Kran hätte es wohl viele Hände, Schweiß und Zeit benötigt, um das Holz wieder an die richtige Stelle zu bekommen. Einen Tag benötigten nun die „Holzwürmer" aus Hildesheim, um zusammen mit einigen Vereinsmitgliedern die Holzmosaik zum Fachwerk zusammenzusetzen und den Dachstuhl aufzubauen. Dabei wurden in alter, fachmännischer Art die Balken mit Zapfen verbunden und teilweise mit dem Hobel nachgearbeitet.

 

Am 15. Juli 2005 wurde Richtfest gefeiert.

Für den weiteren Ausbau mussten zusätzlich alte Backsteine besorgt werden und nach einigen Anlaufschwierigkeiten nahm das Gebäude Gestalt an. Nach dem Richtfest begann eigentlich die schwerste Phase des Aufbaus, das Ausmauern des Fachwerks und der Bau des Backofens. Harald Nordmeier und Michael Springer arbeiteten uneigennützig und bewältigten diese Aufgabe mit Hilfe von Vereinsmitgliedern in einer Weise, die seines Gleichen sucht. Ein besonderer Dank an Harald !!

Die Arbeiten im Inneren des Backhauses wurden natürlich wieder von Vereinsmitgliedern realisiert, die Malerarbeiten von Bernhard Mundt, Heinz Böger und Heinz Rinne, die Elektroarbeiten von Wolfgang Busch. Fliesen, die uns von Herrn Buschhorn kostenlos zur Verfügung gestellt wurden verlegte Franz Dimke und für die Ofenklappe und deren Einbau danken wir Herrn Engel.

Einweihung

Am 15 Juli 2006 feierte Steinbergen mit uns die Einweihung des Backhauses.

Neben etwa dreihundert Steinbergern kamen auch einige geladene Gäste, hier seien nur erwähnt: Ortsbürgermeister Heiner Bartling , der zur Einweihung eine Informationstafel spendierte, Rintelns Bürgermeister Karl Heinz Buchholz und unser Pastor Herr Strottmann. Glücklicherweise hatte Helga Kiefert einige Tage zuvor noch dafür gesorgt, die Straße zu sperren, ansonsten wären die heiß begehrten schattigen Plätze wohl etwas knapp geworden. Bei über 30° im Schatten kam unser Bäcker Friedel Köpke mit seiner "Ex Verlobten", wie er seine Frau liebevoll nennt, ganzschön ins schwitzen. Der Ofen überstand seine Generalprobe bestens! Neben Zuckerkuchen und Bauernbrot wurde am Abend auch Spanferkel und Pizza gebacken.

Mit Ihren Auftritten haben uns die Golden Harmony's, der Gesangverein Heimattreu und die „Rock AG" des Gymnasium Ernestinum aus Rinteln, unter der Leitung von Thomas Mehrens begeistert.

 

Das Haus hat auf dem im Rahmen der Dorferneuerung neu gestalteten Dorfplatz vor der Schule einen attraktiven Standort erhalten und wir hoffen das hier ein Platz entsteht an dem die Gemeinschaft der Steinberger gestärkt wird nicht nur durch Feste sondern auch beim täglichen Schnack.

 

Unser Backhaus heute

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